Input-Vortrag mit Prof. Dr. Jens Badura
Mittwoch 22. Oktober 2025, 19:00 Uhr
Kornhausforum Bern
Respondent:innen: Martin Beutler, Julie Harboe und Juliane Wolski
Moderation: Dominique Plüss
Das Wort «Akribie» löst je nach Verwendungszusammenhang sehr unterschiedliche Assoziationen aus. Diese können vom bewundernden Gedanken an sorgfaltsgetriebene Beharrlichkeit bis hin zur antipathiegeprägten Vorstellung von kleinkarierter Pedanterie reichen. So oder so steht Akribie meist quer zum dauerbeunruhigten Normalbetrieb der Gegenwart, in der tendenziell jede Art zeitbedürftigen, genauen Einlassens auf die Details des Wirklichen eher Ausnahme als Leittugend geworden ist – mit allen Folgen, die das für eine weltoffene Kultivierung der individuellen und kollektiven Aufmerksamkeitsökonomie und das Erkunden des Denkmöglichen und daraus inspirierter Vorstellungshorizonte hat.
Vor diesem Hintergrund soll im Impulsvortrag gefragt werden, ob und wenn in welcher Form heute nicht gerade Akribiker:innen als relevante Zeitgenoss:innen gebraucht werden – nicht zuletzt dann, wenn es darum geht, jene Umgebungsqualitäten mitzugestalten, die entscheidend sind, um dem Miteinander in der Vielfalt die Chance zu lassen, ein gutes Miteinander zu sein.
Jens Badura ist Professor an der Hochschule Luzern – Design Film Kunst. Der habilitierte Philosoph leitet dort den BA Creative Transformation und ist Teil der Forschungsgruppen Transformation Design und Postdisciplinary Art Research. Zudem ist er Co-Leiter des Forschungskollegs am Urner Institut Kulturen der Alpen an der Universität Luzern.