Vernissage Ausstellung über die Geschichte der Wylerhüsli in Bern
Berns erste Arbeitersiedlung: Ausstellung über die
Geschichte der Wylerhüsli
Im späten 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung der Stadt Bern sprunghaft an. Vor allem aus ländlichen Gegenden zogen mittellose Familien auf Arbeitssuche in die Stadt. Die Unterkünfte dieses neuen städtischen Proletariats waren schäbig, die Familien hausten in Kellern, Estrichen, Schuppen oder Ställen, zum Teil auch im Bremgartenwald. Als Massnahme gegen Armut, Elend und drohende Epidemien baute die Stadt 1890 im Wylerfeld ein «Quartier billiger Wohnungen», wie das Projekt offiziell genannt wurde.
Der Pressefotograf Andreas Blatter, der als Kind selber einige Jahre in der Siedlung lebte, hat in einer aufwändigen Recherche die noch erhaltenen Zeitzeugnisse zusammengetragen und mit einstigen Bewohnerinnen und Bewohnern gesprochen. Die Geschichte der Siedlung ist kaum dokumentiert, Fotografien gibt es nur wenige, und zumeist in schlechter technischer Qualität. Wer in den Wylerhüsli lebte, hatte kein Geld für Filme und schon gar nicht für eine Kamera.
Die Ausstellung auf der Galerie im Kornhausforum – sie dauert vom 9. Februar bis zum 3. März – erzählt die Geschichte des verschollenen Stadtquartiers. Sie folgt dem von Blatter im Eigenverlag herausgegebenen Buch «Wylerhüsli – Legendäres Arbeiterquartier im Berner Wylerfeld». Das Buch, das zur Ausstellung in 2. Auflage erscheint, kann im Kornhausforum bezogen werden (Preis Fr. 30.-)-
Kornhausforum Bern
3011 Bern
Kornhausplatz 18


