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Werkbund Graubünden

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Monika Geissler (Kassierin), Georg Krähenbühl, Urs Padrun, Plácido Pérez, Reto Schaufelbühl (Aktuar), Rainer Weitschies (Präsident)

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Name Beruf Ort
Cangemi, Vincenzo Architekt Chur
Carella, Sebastian Architekt Chur
Alder, Matthias Architekt Soglio
Capaul, Ramun Architekt BSA Lumbrein
Bosch, Gian Carlo Architekt Chur
Albertini, Fernando Architekt Grono
Albertin, Robert Architekt Haldenstein
Teatro dell'architettura Mendrisio
Blumenthal, Gordian Architekt BSA Ilanz/Glion
Bott, Aita Industriedesignerin Zuoz
Für uns und unseren Lebensraum

Für uns und unseren Lebensraum

Im Januar 2018 verabschiedeten die Kulturministerinnen und Kulturminister Europas die Erklärung von Davos «Eine hohe Baukultur für Europa». Diese zeigt auf, wie eine hohe Baukultur politisch und strategisch verankert werden kann. Sie erinnert daran, dass Bauen Kultur ist und Raum für Kultur schafft.

“Eine hohe Baukultur zeichnet sich durch qualitätsvoll gestaltete Städte, Dörfer und Bauten aus. Orte von hoher Qualität schaffen ein angenehmes Lebensumfeld. Sie fördern das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen. Was aber macht hohe Baukultur aus? Wie lässt sie sich in Worte fassen und in Taten umsetzen?
Hier setzt das Davos Qualitätssystem für Baukultur an. Es ist ein Instrument, mit dem sich baukulturelle Qualitäten beurteilen lassen. Anhand der acht Kriterien Gouvernanz, Funktionalität, Umwelt, Wirtschaft, Vielfalt, Kontext, Genius Loci und Schönheit werden Orte auf ihre Qualität hin überprüft. Das Davos Qualitätssystem leistet auch bei Planungen und Projekten, bei der Jurierung von Wettbewerben oder bei partizipativen Prozessen Hilfestellung. Es ist so angelegt, dass soziale, emotionale und kulturelle Werte ebenso berücksichtigt und gewichtet werden wie technische und funktionale Aspekte.”

(Zitiert von Webpage https://davosdeclaration2018.ch/de/qualitaets-system/)

Davos, Aufnahme um 1900, Fotostiftung Graubünden

Anhand dieser acht Kriterien wurde ein wichtiges Dokument geschaffen, dass nicht nur Planerinnen, Bauherrschaften, Bauberaterinnen und Behörden helfen soll, Projekte auf ihre Qualität zu prüfen. Es hilft auch der Bevölkerung zur Beurteilung und trägt zu einer transparenten, inklusiven und partizipativen Gouvernanz für Entscheidungsfindung, Bewirtschaftung und Pflege des Ortes bei.

Es wäre wünschenswert, wenn Davos nicht nur Namensgeberin ist, sondern beispielhaft vorangeht. Dies geschieht aber nur, wenn die Gesellschaft Verantwortung übernimmt und auch einfordert, sei es bei den vielen noch zu erstellenden Erstwohnungen oder im Umgang mit unseren Seitentälern. Die logische Konsequenz wäre, wenn diese Kriterien auch bei der Überarbeitung des Baugesetztes und in der Raumplanung mit einfliessen würden. Mit dem verdichteten Bauen in den Zentren wird versucht, den ländlichen Raum vor der Zersiedelung zu schützen. Verdichtetes Bauen funktioniert aber nur dann, wenn ausreichend qualitativ gestaltete Aussenräume vorhanden sind. Wollen wir Davos langfristig positiv mitgestalten und weiterbringen, so muss die Qualität des Gebauten und der Lebensräume im Vordergrund stehen.

Das Davos Qualitätssystem für Baukultur kann beim Bundesamt für Kultur (BAK) gratis bezogen werden.

 

Georg Krähenbühl, dipl. Architekt ETH SIA SWB BSA

Erschienen in der Davoser Zeitung vom 28. März 2024